Zahl der Retouren steigt auf Rekordwert – | Zahl der Retouren steigt auf Rekordwert | ChannelPartner
Kunden in Deutschland schicken in diesem Jahr laut einer Prognose so viele online bestellte Produkte zurück wie nie zuvor. Die Zahl der Retourenpakete dürfte voraussichtlich auf 550 Millionen steigen, sagte der Retourenforscher Björn Asdecker von der Universität Bamberg. “Das ist ein Rekord.” Grund ist der wieder anziehende Onlinehandel – wodurch auch die Zahl der meist kostenlosen Rücksendungen steigt.
Fast jedes vierte Online-Paket hierzulande wird laut Asdecker komplett oder teilweise zurückgeschickt. Während der Pandemie bestellten die Menschen mehr im Internet, die Zahl der Rücksendungen stieg 2021 auf etwa 530 Millionen. Nach einem Rückgang in den Folgejahren erreichte sie 2024 erneut dieses Niveau. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI ist die Retourenquote unverändert hoch. Am häufigsten zurückgeschickt wird Kleidung.
Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX) erwartet, dass 2025 in Deutschland rund 4,37 Milliarden Sendungen befördert werden – etwa zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der klassische Onlinehandel wächst besonders stark. Das EHI erwartet, dass die größten 1.000 Onlineshops in Deutschland ihre Umsätze in diesem Jahr um mehr als fünf Prozent steigern können.
Warum gibt es so viele Retouren?
In Deutschland gebe es sehr verbraucherfreundliche Regelungen, sagt EHI-Studienautor Niklas Stanislawski. Produkte können innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden. Händler zeigen sich oft kulant. Laut EHI-Umfrage übernimmt etwa jeder Zweite die Rücksendekosten (49 Prozent), jeder Dritte teilweise (33 Prozent). Viele sagen, dass kostenlose Retouren erwartet werden und zur Kundenbindung beitragen.
In Deutschland schicken Käufer häufiger Artikel zurück als in anderen europäischen Ländern, sagt Retourenforscher Asdecker. Er führt dies auf längere Rückgabefristen und eine größere Zahl an Rechnungskäufen zurück. Dazu seien Retouren bei großen Onlinehändlern in der Regel kostenlos. Laut einer Bitkom-Umfrage legen 94 Prozent der Onlineshopper Wert auf Gratis-Rückversand und schnelle Erstattung.
Der E-Commerce-Verband Bevh beobachtet, dass Kunden zunehmend nicht nur einzelne Artikel zurückschicken wollen, sondern ganze Bestellungen. “Je größer die wirtschaftlichen Ängste der Haushalte sind, desto eher werden Einkäufe grundsätzlich überdacht und später zurückgegeben”, sagt Bevh-Sprecher Frank Düssler. Der Verband befragt wöchentlich Verbraucher zu ihrem Einkaufsverhalten.
Welche Folgen haben Retouren?
Rücksendungen sind teuer für die Händler. Transport, Prüfung und Wiederaufbereitung verursachen laut EHI die höchsten Kosten, hinzu kommen Wertverlust und Serviceaufwand. Die Bearbeitungskosten liegen meist zwischen 1 und 15 Euro pro Artikel. Die Spannbreite ist groß, denn die Rücksendung eines Schranks ist deutlich aufwendiger als die einer Sporthose.
Was mit den Produkten passiert: Knapp 60 Prozent der Händler setzen auf Zweitvermarktung als B-Ware oder verkaufen an Restposten-Händler. 47 Prozent entsorgen oder recyceln Ware, 29 Prozent spenden sie, 28 Prozent verkaufen über Outlets, 26 Prozent schicken sie an Lieferanten zurück.
Retouren schaden auch Klima und Umwelt. Zusätzliche Transportwege, neue Verpackungen und Aufbereitung steigern den Energiebedarf und damit die CO2-Emissionen. Trotz häufig kostenloser Rücksendungen wirken Retouren sich zulasten aller Kunden aus, denn viele Händler legen die Kosten auf ihre Preise um. (dpa/kk)
Paketbranche rüstet sich für Weihnachtsgeschäft
Amazon verlängert Rückgabefristen fürs Weihnachtsgeschäft
Euronics wagt ein neues Online-Abenteuer
Liefergeschwindigkeit als Erfolgsfaktor im E-Commerce
Kunden in Deutschland schicken in diesem Jahr laut einer Prognose so viele online bestellte Produkte zurück wie nie zuvor. Die Zahl der Retourenpakete dürfte voraussichtlich auf 550 Millionen steigen, sagte der Retourenforscher Björn Asdecker von der Universität Bamberg. “Das ist ein Rekord.” Grund ist der wieder anziehende Onlinehandel – wodurch auch die Zahl der meist kostenlosen Rücksendungen steigt.
Fast jedes vierte Online-Paket hierzulande wird laut Asdecker komplett oder teilweise zurückgeschickt. Während der Pandemie bestellten die Menschen mehr im Internet, die Zahl der Rücksendungen stieg 2021 auf etwa 530 Millionen. Nach einem Rückgang in den Folgejahren erreichte sie 2024 erneut dieses Niveau. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI ist die Retourenquote unverändert hoch. Am häufigsten zurückgeschickt wird Kleidung.
Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BPEX) erwartet, dass 2025 in Deutschland rund 4,37 Milliarden Sendungen befördert werden – etwa zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der klassische Onlinehandel wächst besonders stark. Das EHI erwartet, dass die größten 1.000 Onlineshops in Deutschland ihre Umsätze in diesem Jahr um mehr als fünf Prozent steigern können.
Warum gibt es so viele Retouren?
In Deutschland gebe es sehr verbraucherfreundliche Regelungen, sagt EHI-Studienautor Niklas Stanislawski. Produkte können innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden. Händler zeigen sich oft kulant. Laut EHI-Umfrage übernimmt etwa jeder Zweite die Rücksendekosten (49 Prozent), jeder Dritte teilweise (33 Prozent). Viele sagen, dass kostenlose Retouren erwartet werden und zur Kundenbindung beitragen.
In Deutschland schicken Käufer häufiger Artikel zurück als in anderen europäischen Ländern, sagt Retourenforscher Asdecker. Er führt dies auf längere Rückgabefristen und eine größere Zahl an Rechnungskäufen zurück. Dazu seien Retouren bei großen Onlinehändlern in der Regel kostenlos. Laut einer Bitkom-Umfrage legen 94 Prozent der Onlineshopper Wert auf Gratis-Rückversand und schnelle Erstattung.
Der E-Commerce-Verband Bevh beobachtet, dass Kunden zunehmend nicht nur einzelne Artikel zurückschicken wollen, sondern ganze Bestellungen. “Je größer die wirtschaftlichen Ängste der Haushalte sind, desto eher werden Einkäufe grundsätzlich überdacht und später zurückgegeben”, sagt Bevh-Sprecher Frank Düssler. Der Verband befragt wöchentlich Verbraucher zu ihrem Einkaufsverhalten.
Welche Folgen haben Retouren?
Rücksendungen sind teuer für die Händler. Transport, Prüfung und Wiederaufbereitung verursachen laut EHI die höchsten Kosten, hinzu kommen Wertverlust und Serviceaufwand. Die Bearbeitungskosten liegen meist zwischen 1 und 15 Euro pro Artikel. Die Spannbreite ist groß, denn die Rücksendung eines Schranks ist deutlich aufwendiger als die einer Sporthose.
Was mit den Produkten passiert: Knapp 60 Prozent der Händler setzen auf Zweitvermarktung als B-Ware oder verkaufen an Restposten-Händler. 47 Prozent entsorgen oder recyceln Ware, 29 Prozent spenden sie, 28 Prozent verkaufen über Outlets, 26 Prozent schicken sie an Lieferanten zurück.
Retouren schaden auch Klima und Umwelt. Zusätzliche Transportwege, neue Verpackungen und Aufbereitung steigern den Energiebedarf und damit die CO2-Emissionen. Trotz häufig kostenloser Rücksendungen wirken Retouren sich zulasten aller Kunden aus, denn viele Händler legen die Kosten auf ihre Preise um. (dpa/kk)
Paketbranche rüstet sich für Weihnachtsgeschäft
Amazon verlängert Rückgabefristen fürs Weihnachtsgeschäft